
Dein Day-by-Day-Coach für Schmerzmanagement, Medikamentenplan, Recovery-Timeline und die sichere Rückkehr zu Alltag und Sport.
Dokumentiere deinen Schmerz täglich zur gleichen Uhrzeit. Das hilft deinem Behandlungsteam, die Medikation anzupassen und Abhängigkeitsrisiken früh zu erkennen.
Völlig schmerzfrei, normale Aktivität möglich.
Störend, aber aushaltbar. Alltag möglich, Schlaf kaum beeinträchtigt.
Deutlich spürbar, Aktivitäten eingeschränkt. Schlaf gestört, Konzentration erschwert.
Starke Beeinträchtigung, kaum Alltag möglich. Schlaf unmöglich, Hilfe bei Grundbedürfnissen nötig.
Absolut unerträglich, keine Ablenkung möglich, Notfall.
Das WHO-Stufenschema ist der Goldstandard der medikamentösen Schmerztherapie. Es wird individuell an deinen Eingriff und Heilungsverlauf angepasst.
Medikamente: Paracetamol (z. B. Dafalgan), Ibuprofen (z. B. Brufen), Diclofenac
Indikation: Leichte bis mittlere Schmerzen (Skala 1–4). Basistherapie für alle Patientinnen.
Hinweis: Paracetamol max. 4 g/Tag (Leber!). NSAIDs (Ibuprofen/Diclofenac) nach Freigabe durch Chirurgin — Blutungsrisiko in der ersten Woche.
Medikamente: Tramadol, Tilidin (z. B. Valoron), Codein
Indikation: Mittlere Schmerzen (Skala 4–6), die nicht auf Stufe 1 ansprechen. Oder Nachts zur Schlafförderung.
Hinweis: Tramadol: Übelkeit/Schläfrigkeit häufig. Nicht zusammen mit MAO-Hemmern. Autofahren vermeiden. Neigung zur Obstipation — Flüssigkeit, ggf. Laxans.
Medikamente: Morphin (z. B. Sevredol, MST), Oxycodon (z. B. OxyContin, Targin)
Indikation: Starke bis sehr starke Schmerzen (Skala 7–10). Akutpostoperativ oder bei komplexen Eingriffen (DIEP, Rekonstruktion).
Hinweis: Nur kurzfristig (2–5 Tage). Abhängigkeitsrisiko, Obstipation, Übelkeit, Atemdepression. Entzug langsam dosieren, nie abrupt stoppen.
Kalte Umschläge in den ersten 48 h reduzieren Schwellung und dullieren Schmerzrezeptoren. Danach wärme fördernd für Durchblutung und Muskelentspannung. Nie Eis direkt auf Haut — immer Tuch dazwischen, max. 15 Min.
Diaphragmale Atmung aktiviert den Parasympathikus und senkt den wahrgenommenen Schmerz. 4-Sekunden-Ein, 6-Sekunden-Aus. Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Meditation-Apps (Calm, Headspace).
Oberkörper erhöht (30–45°) reduziert Druck auf Brust und fördert Lymphfluss. Seitenschläfer: Kissen unter Armen und zwischen Brust und Matratze, um Zug auf Naht zu vermeiden. Schwangerschaftskissen ideal.
Kurze Spaziergänge ab Tag 1–2 fördern Durchblutung, reduzieren Thromboserisiko, verbessern Stimmung. Schultern mobilisieren (vorsichtig), aber keine Überkopfbewegung in der ersten Woche.
Schmerzgatestimulation über Elektroden auf der Haut. Nicht direkt über Narbe/Drainagen. Nach Freigabe durch Chirurgin. Viele Physiotherapie-Praxen bieten TENS an.
Maximaler Schmerz, Drainagen, 24/7 Kompression, Ruhe, kurze Gänge. Medikamente nach Plan, keine Überanstrengung. Hilfe bei ADL (Activities of Daily Living) organisieren.
Schmerz nimmt ab, Drainagen evtl. entfernt. Duschen nach Freigabe. Langsam Alltag aufnehmen — aber kein Heben >2 kg, keine Überkopfarbeit. Erste Narbenkontrolle.
Abschwellung deutlich, Kompression weiter 24/7. Fahrerlaubnis nach Freigabe (meist ab Tag 7–10, nicht unter Opioiden!). Büroarbeit evtl. Teilzeit.
Narbenmassage startet (Tag 21+). Leichte Hausarbeit möglich. Kompression evtl. Stage 2. Erste kleine Ausflüge. Stimmung kann schwanken — normal.
Mehr Autonomie, leichtes Training (Beine, Rücken, Cardio ohne Oberkörperbelastung). Kompression nach Indikation reduzieren. Narbe wird heller, flacher.
Arbeit wieder Vollzeit. Leichtes Oberkörpertraining (leichte Gewichte, keine Liegestütze). Schwimmen nach Narbenreifung und Freigabe. Erste echte Resultate sichtbar.
Implantat setzt sich, Eigengewebe weicht nach. Endgültiges Ergebnis entwickelt sich. Sport ohne Einschränkungen nach Freigabe. Narbenpflege weiterführen.
| Zeitpunkt | Erlaubte Aktivität | Hinweis |
|---|---|---|
| Ab Woche 2 | Spaziergänge, leichtes Cardio (Walking, langsames Fahrrad) | Keine Oberkörperbelastung, keine schwülen Umgebungen (Sauna, Dampfbad). |
| Ab Woche 4 | Leichtes Rücken-/Beintraining, Plank-Varianten (nach Freigabe), Yoga ohne Überkopf | Keine Liegestütze, kein Klimmzug, kein Schwimmen (Narbe!). |
| Ab Woche 6–8 | Moderates Cardio (Joggen, Spinning), leichte Gewichte Oberkörper | Langsam steigern, Schmerz als Stoppschild. Kompressions-BH beim Sport tragen. |
| Ab Monat 3 | Schwimmen, Surfen, Klettern, intensives Krafttraining | Nur nach ausdrücklicher Freigabe durch Chirurgin. Narbe muss reif sein. |
Fieber > 38.5°C (nach den ersten 24 h postoperativ)
Kontakt Klinik/sofortige Vorstellung — Infektionszeichen.
Plötzliche starke Schmerzverschlechterung (nach initialer Besserung)
Notfall oder Klinik — Hämatom, Serom, Infektion möglich.
Rötung, Wärme, Eiterfluss aus Narbe oder Drainage
Sofortiger Arztbesuch — Wundinfektion.
Atemnot, Brustschmerz, unilateral geschwollenes Bein
Notfall 144 — Thrombose, Lungenembolie.
Implantat sichtbar verschoben, harte Kapselbildung, asymmetrische Form
Termin bei Chirurgin — Kapselkontraktur oder Serom.
Starke Depression, Panikattacken, Schlaflosigkeit > 2 Wochen
Psychologische Unterstützung einholen — postoperatives Stimmungstief ist normal, aber behandelbar.
„Schmerz ist subjektiv, aber behandelbar. Wer früh und konsequent schmerztherapeutisch begleitet wird, heilt schneller und mit weniger Komplikationen."
Alle Medikamentenangaben dienen der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Dosierung, Indikation und Kombination werden individuell von deinem Behandlungsteam festgelegt. Nie eigenständig Medikamente absetzen oder ergänzen ohne Absprache. Bei Unverträglichkeiten oder unerwünschten Wirkungen sofort Kontakt aufnehmen.